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Musiker ernten Begeisterungsstürme

700 Gäste des Josephskonzerts sind hingerissen von den Darbietungen des Musikvereins Marktleugast. Der hat wieder einmal ein Meisterstück geleistet.

700 begeisterte Besucher feierten in der ausverkauften Dreifachturnhalle die herausragenden Leistungen des Musikvereins beim 31. Josefskonzert, zum fünften Mal unter der großartigen Leitung von Peter Weiß, der mit seinem Orchester mit gleich drei Zugaben den Dank zurückgegeben hat. Aufgrund seines kleinen Jubiläums hat das Orchester auch eine kleine Auswahl an Stücken aus den letzten fünf Jahren nochmals präsentiert.

Schon der Auftakt mit dem Jugendorchester unter der Leitung von Theresa Motschmann hat das musikbegeisterte Publikum mitgerissen. Großartig, wie das schwierige Eröffnungsstück "Aztec Celebration" regelrecht zelebriert wurde. Mit den Musical-Melodien aus "Mamma mia" huldigten die jungen Musiker der Popgruppe Abba und mit "The King of Pop" nach einer Bearbeitung von Johnnie Vinson dem König der Popmusik, Michael Jackson. Schon als Meister ihrer Instrumente präsentierten Tim Höpfner (Saxophon) und Justin Groß (Trompete) ihre Solis. Herzerfrischend die Moderation von Kristin Osinski und Corvin Groß.

Mit einem gewaltigen Auftakt hat das sinfonische Orchester des MVM das Konzert eröffnet, das mit Fagott, Oboe und Baritonsaxophon eine weitere Aufwertung erfahren hat. "Wir können ohne Übertreibung von einer symphonischen Blasorchesterbesetzung sprechen", so Sebastian Gick, der mit seiner Frau Irina durchs Programm führte. "Also sprach Zarathustra" von Richard Strauß ist eine der monumentalsten Eröffnungsfanfaren. Scharf schmetternde Trompeten und dumpf donnernde Pauken leiteten das Stück. Dirigent Peter Weiß nickte nach dem letzten Takt seinen Musikern anerkennend zu.

Mit dem Soli für vier Trompeten "Zwei (vier) Mexicaner in Böhmen" rissen Rüdiger Hübschmann, Patrick Lanzendörfer und die Nitsch-Brüder Martin und Matthias das Publikum mit. Das Erfolgsstück der Kapelle Guido Henn und seiner Goldenen Blasmusik erhält seinen Reiz durch den Gegensatz von Swing-Teilen und böhmischer Polka. Weiter ging die musikalische Reise an den Wolfgangsee im österreichischen Salzkammergut und den unvergesslichen Melodien aus "Im weißen Rössl" von Ralph Benatzky. Die eingängigen Melodien wie "Was kann der Sigismund dafür", "Es muss was Wunderbares sein" oder "Mein Liebeslied muss ein Walzer sein" verzücken auch heute noch das Publikum. Mit der "Starparade", einem der bekanntesten und schönsten Märsche, ging es in die Pause. Damit hatte nicht nur Ernst Mosch großen Erfolg, auch der MVM beherrscht dieses Metier in besonderer Weise.

Eines der Highlights war gleich nach der Pause die Filmmusik zu "Das Boot" von Klaus Doldinger. Die Musik fasziniert mit dramatischen Akkorden, denen kontrastreich weiche Melodien der Holzbläser folgen. Fanfarenartige und polyphon verarbeitete Signale führen zum musikalischen Angriff. Pauken, so wie sie auf Galeerenschiffen den Takt für die angeketteten Sklaven vorgegeben haben, Trompeteneinwürfe, Schüsse und Hörnersignale haben das Schiff vorangetrieben. Danach ein totaler Stilbruch, ein ganz anderes Musikgenre mit der "Bravour-Polka" von Jaroslav Skarbrada aus der Reihe der Goldenen Musik. Besonders die "Bravour-Polka" zeichnet sich durch eine anspruchsvolle Melodie- und Stimmenführung aus. Jedes Register, ob Holz, Tiefblech, Tenorhörner, Flügelhorn oder Trompete, setze sich mindestens einmal solistisch in Szene.

Einen Hörgenuss servierten Orchester Vibraphon-Solist Maximilian Mangold mit "Tribute to Lionel", der mit einem Riesenapplaus belohnt wurde. Die zweiteilige Komposition ist im ersten langsamen Teil von warmen Klängen bestimmt, der zweite Teil ist eher spektakulär und fordert vom Solisten höchstes technisches und musikalisches Können. Eine Hommage an den großartigen italienischen Soundtrack-Komponisten Ennio Morricone war der folgende Block "Moment for Morricone". Er hat mehr als 500 Filmen den Ton eingehaucht, meist Italo-Western, aber auch Filmen wie "Die Bibel" oder "Gabriel's Oboe". In der Halle machte sich Westernstimmung breit, erwachende Blasinstrumente kündigten Wind in der Steppe an und wie im Sturm stimmten alle Instrumente in das Heer herannahender stampfender Pferdehufe ein.

Auch das Showelement ist nicht zu kurz gekommen. In dem flink-fröhlichen "Schreibmaschinenlied" spielte Raimund "Jim" Schramm sein ganzes komödiantisches Talent aus. Der Ohrwurm aus den 80-ern war die Titelmelodie der ARD-Kultserie "Büro, Büro". Benjamin Schuberth führte den Taktstock zu "Lord oft he Dance", der Musik zur weltweit erfolgreichsten Tanzshow. Die Geschichte erzählt vom archaischen Kampf zwischen Gut und Böse, eingebettet in die keltische Mythologie.

Mit einem Gruß an die Bundeshauptstadt endete - eigentlich - das Konzert. Das Orchester schmetterte das Meisterwerk "Berliner Luft" von Paul Lincke in Saal. Unbeschreiblicher stehender Applaus forderte das Orchester zu drei Zugaben heraus.

Marktleugast kann wirklich stolz auf sein Orchester sein, das auf höchstem Niveau einer Amateurkapelle spielt. Ein Glück auch, dass hervorragende Musiker von zwei herausragenden Dirigenten geführt werden. Auf der einen Seite Peter Weiß, der es versteht, in seine gekonnte Stabführung auch Showelemente in Gestik und Bewegung zu integrieren und der auch mit dem Publikum zu spielen weiß. Auf der anderen Seite der nüchterne, konservative Benjamin Schuberth, der mit gleich viel Engagement und Können nur zu seinem Orchester spricht. Zwei junge tolle Typen, die da beim MVM am Dirigentenpult stehen.

Vorsitzender Georg Purucker dankte allen, die an diesem großartigen Erfolg beteiligt sind. Auch den großzügigen Sponsoren hat Purucker seinen Dank ausgesprochen. "So konnten wir uns Instrumente anschaffen, die für solche Leistungen notwendig sind und die so viel wie ein guter Mittelklassewagen kosten."

In ihren Grußwörtern lobten Bürgermeister Franz Uome und Landrat Klaus-Peter Söllner das Orchester als gute Botschafter von Marktleugast, dem Landkreis Kulmbach und der ganzen Region, "das über viele Jahre auf höchstem Niveau spielt", so Uome. Einen ganz besonderen Stellenwert hätte die Nachwuchsarbeit, wie beide betonten. "München überlegt, wo es einen Konzertsaal hin baut, wir haben ihn und dazu hervorragende Musiker", sagte der Landrat.

 

von Helmut Engel