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Musiker wissen zu begeistern

Wieder einmal hat der Marktleugaster Musikverein für sein Josefskonzert viel Beifall erhalten. 600 Zuhörer waren regelrecht aus dem Häuschen und erklatschten sich zwei Zugaben.

Es ist schon etwas Großartiges, was der Musikverein in jedem Jahr zum Frhlingsbeginn den mehr als 600 Besuchern in der Dreifachturnhalle bietet. "Bombastisch, phänomenal, einzigartig, brillant", so umschreiben die hingerissenen Besucher ihre Eindrücke vom inzwischen 33. Josefskonzert unter der meisterhaften Leitung der Dirigenten Peter Weiß und Benjamin Schuberth. Beide verstehen es vorzüglich, aus den knapp 60 Musikern mit engagierter und gefühlvoller Stabführung musikalische Höchstleistungen heraus zu kitzeln. Mit der gewaltigen Overtüre "Olympica", die der belgische Komponist Jan van der Roost für die olympischen Winterspiele 1998 in Nagano geschrieben hat, eröffnete das verstärkte Orchester des MVM einen musikalischen Abend der Superlative. Die "Grande Overture", wie sie der Komponist bezeichnet, ist ein farbig instrumentiertes Werk mit faszinierenden, abwechslungsreichen Ideen. Verträumte, mystisch anmutende Passagen, wechseln mit eindringlich Gebundenem des tiefen Blechs ab. Schon gleich zu Beginn ein riesiges Highlight, auf was können sich da die Zuhörer im Laufe des Abends noch freuen? Zweiter Vorsitzender Matthias Nitsch begrüßte die Gäste. Für ihn und seine Kollegen sei es eine olympische Herausforderung gewesen, in nur zehn Wochen die Stücke des "bunten und abwechslungsreichen Programms" einzuüben. Für Bürgermeister Franz Uome drückt die Musik das aus, was mit Worten nicht gesagt werden kann, sie würde in jeder Phase des Lebens die richtige Stimmung bereithalten. Uome dankte dem Verein für seinen kulturellen und gesellschaftlichen Einsatz zum Wohle der Gemeinde. Für den stellvertretenden Landrat Dieter Schaar ist das Josefskonzert "der Höhepunkt im kulturellen Leben des gesamten Oberlands". Schon beim Eröffnungsstück sei ihm aufgefallen, dass die Musiker bis in die Haarspitzen motiviert sind. "Ihr leistet eine tolle Arbeit!" Ludwig van Beethoven hat die Musik zu "Egmont", dem gleichnamigen Theaterstück von Johann Wolfgang von Goethe geschrieben. Es thematisiert den Untergang des Grafen Egmont während des Aufstandes der Niederländer gegen die spanische Herrschaft in den Jahren 1566 bis 1568. Langsam und wuchtig wird die Unterdrückung der Niederländer musikalisch ausgedrückt. Das Blasorchester nimmt dabei Rücksicht auf den ursprünglichen symphonischen Charakter der Komposition. Nach einer stürmischen Einleitung im Schlussteil setzt die Siegessymphonie ein. Das Stück ist geprägt von stürmischen Momenten bis hin zu zärtlichen Tönen, mit der die Liebe von Egmont zu Klärchen beschrieben wird. Und einen weiteren Höhepunkt präsentierten Marco Seuß (Tenorhorn) und Stefan Kießling jun. (Bariton) mit dem "Bariton in der Nacht". Die mährische Polka stammt vom Kapellmeister Zdenek Gursky der Blaskapelle "Gloria", die im Jahr 2000 Europameister der Böhmisch-Mährischen Blasmusik wurde und im Jahr 2006 in Marktleugast zum 111jährigen Jubiläum gastierte. Und die "musikalische Höhenwanderung" setzte sich mit "Gabriellas Sang" aus dem berührenden schwedischen Film "Wie im Himmel" fort. Irina Gick versetzte mit ihrer berauschenden Stimme die Gäste ins Staunen. Sie sang die Melodie mit voller Inbrunst in ihrer schwedischen Muttersprache. Wie das Auftaktstück stammt auch "Spirit of Independence" von dem belgischen Komponisten Jan van der Roost. Das Orchester muss bei den "halsbrecherischen Läufen der Holzbläser, die für die strahlenden Trompeten und Tenorhörner einen Klangteppich legten" bis in die Haarwurzeln konzentriert sein. Die Dynamik im ersten und letzten Teil wird durch die Einsätze des Perkussionssatzes hervorgehoben. Das Stück sei für ein Jubiläum geschrieben worden, und könnte auch für das 125jährige Jubiläum des MVM im nächsten Jahr als "Spirit of MV Marktleugast" gelten, erklären die charmanten Sprecher Irina und Sebastian Gick. Mit dem Konzertmarsch "Mars der Medici" des "holländischen Marschkönigs" Johan Wichers ging es in die Pause. Wichers versteht es, ein wunderschönes musikalisches Bild zu malen, das von den Leuchertsern ins passende Licht gesetzt wurde. Mit dem fünften und letzten Satz "Hobbits" aus dem "Der Herr der Ringe" wird das sorgenfreie und optimistische Wesen der Hobbits, ihre Entschlusskraft und ihr Edelmut, beschrieben. Die Sinfonie von Johan de Meijs hat aber mit der Filmmusik nichts zu tun. Die musikalische Reise ging zurück an den Traunsee im Salzkammergut. Mit "Schloss Orth" wird das gleichnamige Seeschloss beschrieben. Fritz Neuböck’s Konzertwerk beginnt mit dem leisen Plätschern des Traunsees, man hört im Morgennebel das Morgengebet der Patres in der Schlosskapelle, bevor in musikalischem Glanz das wunderschöne Bauwerk erscheint. "Einfach Wahnsinn", beschrieb Chorleiter Peter Weiß das Tenorhorn-Solo bei "Ernst im Allgäu" des "Ausnahmemusikers" Michael Schuberth, der sowohl am Tenorhorn, als auch an der Trompete für seine musikalische Extraklasse schon zahlreiche Auszeichnungen errungen hat. Die Zelebration des Stücks hat die Besucher zum wiederholten Male zu einem Beifallssturm hingerissen. Eine Hommage an den einzigartigen Ernst Mosch war das Marschlied "Das Feuer brennt weiter". Nach seinem Tod haben seine Musiker bekräftigt, die Fackel weiterzutragen und die Tradition seiner Musik fortzusetzen. Für die Textzeilen in dem von Ernst Hutter komponierten Marsch haben die Musiker spontan von der Blasmusik auf Gesang umgestellt, was ganz und gar keine leichte Aufgabe ist. "Im Hinblick auf unser Jubiläum brennt auch bei uns das Feuer immer weiter", verrät Irina Gick die Motivation der Marktleugaster Musiker. Beim anschließenden Gesang von Gaby Bunzel machte sich bei den Besuchern Gänsehautfeeling breit. Ihre Stimme bei dem Musicalsong "Don’t cry for me Argentina" von Andrew Lloyd Webber ging durch Mark und Bein. Das Publikum war völlig aus dem Häuschen und feierte die großartige Sängerin. Mit dem Marsch "Alte Kameraden" setzte das Orchester den Schlusspunkt, dem sich ein nicht enden wollender Beifall anschloss. Vorsitzender Schorsch Purucker dankte den Dirigenten für ihre "brillante Arbeit". Dem Publikum, das so begeisternd mitgegangen ist, bescheinigte er: "Es hat wahnsinnig Spaß gemacht mit Euch!" "Ich bin eigentlich kein Freund von Zugaben", outete sich Chorleiter Peter Weiß, "so ein Konzert kostet wahnsinnig Kraft." Trotzdem hat das Orchester der Publikumsforderung nachgegeben und mit den zwei weiteren Schmankerln "On Moment in Time", mit einem beeindruckenden Trompetensolo von Sebastian Gick, und dem Radetzky-Marsch noch einen musikalischen Nachtisch präsentiert. Von Helmut Engel