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Musikalischer Hochgenuss vor Traumkulisse

Bei der Frühlings-Serenade im Wernsteiner Schlosshof standen die Musikvereine Burghaig und Marktleugast erstmals gemeinsam als großes Blasorchester auf der Bühne.


Von Werner Reißaus

Gut 200 Besucher erlebten am Samstag, den 9. Mai, im wunderschönen Ambiente des Schlosshofes von Wernstein ein außergewöhnliches Konzert. Es war ein Abend mit exzellenter sinfonischer Blasmusik und im Konzert-Repertoire hatten die beiden Musikvereine von Marktleugast und Burghaig neben Ouvertüren und böhmischer Blasmusik auch traditionelle, kernige Märsche und Filmmusik. Das Wagnis mit dem Wetter ging auf, denn noch am Donnerstagabend hatten die Verantwortlichen darüber beraten, ob man die Frühlings-Serenade im Schlosshof nicht doch auf den Sonntag verschieben sollte. Nun, der Wettergott war auf der Seite der rund 70 Musikerinnen und Musiker, die wirklich ein tolles Blasorchester unter der abwechselnden Leitung der jungen und kreativen Dirigenten Peter Weiß und Daniel Richter bildeten. Die traumhafte Kulisse des Wernsteiner Schlosses bildete noch das I-Tüpfelchen zur Frühlings-Serenade, einer überaus gelungenen Premiere der beiden Musikvereine.

Iris Freifrau von Künßberg-Schmidt hieß zu Beginn des Konzertes die Besucher herzlich willkommen und sie freute sich besonders darüber, dass der Schlosshof immer häufiger für große musikalische Highlights genutzt wird. Sie verriet nicht zu viel, als sie feststellte: „Heute werden wir ein Konzert besonderer Klasse erleben. Ein Konzert des Musikvereins Marktleugast mit dem Dirigenten Peter Weiß und des Musikvereins Burghaig mit dem Dirigenten Daniel Richter. Ein Klangerlebnis, was wir bisher noch nie erleben durften.“

Durch das gut zweistündige Programm führten Diana Löffler und Simon Moritz gekonnt und locker und beide zeigten auch im Orchester ihr musikalisches Können. Seit Kindesbeinen haben sich beide der Musik und besonders der Blasmusik verschrieben, haben also die Musik gewissermaßen von den Eltern in die Wiege gelegt bekommen. Simon Moritz verriet noch kurz vor dem Konzert: „Wir haben heute schon arg gezittert, aber sind wir mal optimistisch, das Wetter wird jetzt halten.“ Und er sollte Recht behalten!

Musikalisch begrüßt wurden die Besucher mit „Hoch Heidecksburg“, einem Marsch aus dem Jahr 1912, ursprünglich für militärische Anlässe komponiert, dann aber einer der populärsten Konzert-Märsche in Deutschland geworden. Weiter ging es mit einem besonderen Leckerbissen, den schönsten Melodien aus den Werken von Guiseppe Fortunino Francesco Verdi. Mit dabei seine größten Werke, wie die Oper „Nabucco“ oder „Aida“, die Verdi auch zum internationalen Durchbruch verhalfen. Das erste Highlight setzte dann Sebastian Gick mit dem Musikstück „Die Post im Walde“, als er von der mächtigen Schlosstreppe sein Können als Solotrompeter eindrucksvoll unter Beweis stellte. Auch der schillernde Schloss-Pfau mit seinem Kopfschmuck und seiner mächtigen Schwanzschleppe gab mit seinen lauten und durchdringenden Schreien seine Art des Beifalles, nicht selten sogar passend auf den Punkt. Es folgte eine typisch böhmische Polka mit dem Titel „Ein Traum auf Böhmisch“, geschrieben von dem deutschen Musiker, Komponisten und Arrangeur Michael Kuhn. Die Mischung passte bei dem „ober- und unterländischen Herzblut“ der beiden Musikvereine, wie es Diana Löffler treffend formulierte. Mit bekannten und beliebten italienischen Melodien sowie dem „Florentiner Marsch“ ging es dann in die Pause. Beim Medley berühmter Melodien aus Italien sang auch der eine oder andere Besucher mit, selbst Bürgermeister Dieter Adam war mit seiner dunklen Bassstimme deutlich zu hören. Hervorzuheben noch der Trompetensatz „Il silenzio“ mit dem Marktleugaster Trompeter Sebastian Gick.

Auch der zweite Teil wurde mit einem imposanten Konzertmarsch „Die Sonne geht auf“ eröffnet. Und dass die beiden Musikvereine von Marktleugast und Burghaig nicht nur Spaß an der traditionellen Blasmusik haben, das stellten sie mit „Pirates of the Caribbean“, einem Soundtrack aus „Fluch der Karabik“ unter Beweis. Mit dem kleinen Drachen Tabaluga gingen die Musiker dann mit dem Stück „Nessaja“, einem Song aus dem gleichnamigen Musical auf die Reise. „Ein halbes Jahrhundert“, war der Titel des nächsten Stückes und der Komponist ist der Schweizer Very Rickenbacher. In der Schweiz zählte das Stück zu den erfolgreichsten Polkas überhaupt. Schließlich wurden die Besucher in eine bunte und verrückte Welt der Manege entführt mit dem Stück „Erinnerungen an Zirkus Renz“. Hier begeisterte Simon Moritz mit seinen tanzenden Schlägeln auf dem Xylophon nicht nur „seinen Zirkusdirektor“ und Dirigenten Daniel Richter, sondern auch die Besucher. Mit dem Medley „Udo Jürgens Live“, darunter waren auch seine größten Hits wie „17 Jahr blondes Haar“, „Mit 66 Jahren“ und „Das ehrenwerte Haus“ ging es in die Schlussphase eines traumhaft schönen Konzertes und ohne zwei Zugaben durften die Musikerinnen und Musiker natürlich nicht von der Bühne. Als Schlusspunkt hatte man sich den Radetzky-Marsch von Johann Strauß ausgewählt.

Unter den Besuchern war auch der Kreisvorsitzende des Nordbayerischen Musikbundes, Heinrich Ramming: „Es ist ja gar nicht so einfach, zwei Orchester, die normalerweise immer nur alleine spielen, plötzlich zusammenzubringen. Das erforderte schon einen erhöhten Probenaufwand. Es hat heute ganz gut funktioniert und mir hat das Konzert auch sehr gut gefallen.“ Und der stellvertretende Bezirksvorsitzende Thomas Kolb fügte hinzu: „Ein sehr, sehr schönes Konzert auf ganz hohem Niveau, dabei ist es immer eine Herausforderung im Freien zu spielen, weil doch Einiges durch die Natur genommen wird. Es war ein Klassekonzert, das mit sehr viel Freude dargeboten wurde. Ich finde es hervorragend, dass sich hier Musikverein zusammentun, unsere Blasmusik fördern und junge Dirigenten Verantwortung übernehmen, damit hier unsere Blasmusik nach vorne gebracht wird.“ Auch stellvertretender Landrat Jörg Kunstmann war beeindruckt: „Wir haben zwei erstklassige und hochqualifizierte Musikvereine gehört und es war ein absolutes musikalisches Highlight. Man hat gesehen, dass unser Landkreis ein Musik- und Kulturlandkreis ist, noch dazu, wenn sich zwei Musikvereine im Rahmen eines wundervollen Ambientes vor einem historischen Baudenkmal zusammenfinden, denn damit entsteht ein besonderer Abend.“