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Nächster Termin: Benefiz-Konzert zum Welt- Pankkreaskrebs-Tag am 16.11.2017 um 19 Uhr in der Kirche St. Hedwig in Kulmbach.

Musiker voller Leidenschaft

Ein fulminantes Konzert haben die Besucher der Basilika am zweiten Feiertag erlebt. Mit Ovationen belohnten sie die Akteure.

VonHelmut Engel

Mit dem 21. Weihnachtskonzert des Musikvereins Marktleugast geht die Tradition ins dritte Jahrzehnt und hat weiter an Anziehungskraft zugenommen. Auch in diesem Jahr drängten sich etwa 500 Besucher in die an diesem Tag viel zu kleine Basilika in Marienweiher. Mit stürmischen Ovationen am Schluss des Konzerts belohnten sie alle Mitwirkenden für mehr als zwei Stunden fantastische Unterhaltung mit Besinnlichkeit, mit mitreißender Leidenschaft, mit Träumereien und mit Worten, die zum Nachdenken anregten. Das Orchester des Musikvereins Marktleugast stößt unter der Leitung von Peter Weiß und Benjamin Schuberth in immer neue musikalische Dimensionen vor, die von einem Amateurorchester kaum erwartet werden können. Schon der fulminante Auftakt mit der majestätischen Einleitung "Majestic Prelude" von Jacob de Haan versetzte die Gäste ins Staunen, mit welch starken Kontrasten das Orchester unter der leidenschaftlichen Stabführung von Peter Weiß aufwarten kann. Ein lebhaftes Allegro Molto, in dem Trompeten und Kornette erklingen, unterbrochen durch rhythmisch pulsierende Klänge und endend in einem flammenden Presto-Abschnitt. Einfach großartig, was der Musikverein Marktleugast zu leisten im Stande ist. Im folgenden "Rondo", eines von vier Hornkonzerten von Wolfgang Amadeus Mozart, glänzte Martin Schmidt mit einem perfekten Solo. "A Song for Japan" wurde von Steven Verheist nach dem Erdbeben in Japan geschrieben, in dessen Folge ein Tsunami das Atomkraftwerk Fukushima zerstörte. Mit den Lizenzgebühren für den Song wurde in der ganzen Welt Geld für das japanische Rote Kreuz eingespielt. Erstklassig Martin Hübschmann als Solist am Baritonhorn. Mit "Die Fledermaus" von Johann Strauß Sohn entführte das Orchester dann in das Reich der Operette. Beim "A Christmas Festival" von Leroy Anderson ging es dann einmal besinnlich, dann wieder ganz rasant zu, und bei "Highland Cathedral" von Michal Korb/Uli Roever führte Benjamin Schuberth den Taktstock. Der Dudelsack wurde durch die Trompete ersetzt, Rüdiger Hübschmann stellte dabei seine große Virtuosität an diesem Instrument unter Beweis. Bei "Walking in the Air" wurde Irina Gick zum Star. Einfach grandios, wie sie mit dem Titelsong aus dem Animationsfilm "The Snowman" die Zuhörer in ihren Bann gezogen hat. Beim abschließenden "O du fröhliche" bestach das Orchester mit zahlreichen Variationen. Auch der Kulmbacher Stadtkantor Wolfgang Trottmann, der unzertrennlich mit dem Traditions-Weihnachtskonzert in der Basilika verbunden ist, wartete diesmal bei seinem virtuosen Orgelspiel mit Variationen aus "Votre bonté grand Dieu" von Claude-Bénigne Balbastre auf. Im ersten Teil des Konzerts sorgten die Patersberger Alphornbläser für ein ganz besonderes Musikerlebnis. Mit ihren Instrumenten, die zu den Blechblasinstrumenten zählen, obwohl sie aus Holz sind, entführten sie ins Alpenländische. Im zweiten Teil des Konzerts waren es die Mundartdichterin Sonja Keil aus Wüstenselbitz und Gabi Reil aus Helmbrechts mit ihrem königlichen Instrument, der Harfe, die mit zarten und leisen Tönen und mit nachdenklichen Worten die Besucher verwöhnten. Die "gewürfelte Fränkin" Sonja Keil resümierte: "Wie hortich woar des Johr wieder rum." Bei "Die Krippendiebe" verarbeitete sie die Ereignisse der vergangenen Wochen. Die lebensgroßen Krippenfiguren im Dorf waren modern und warm gekleidet. Unter denen, die die Krippe bestaunt haben, war auch ein ärmlich gekleidetes Flüchtlingspaar. Als am nächsten Tag die Figuren nackt in der Krippe standen und die Kleidung gestohlen war, war für alle klar, dass nur das Flüchtlingspaar als Diebe infrage kommt. Die Kleider werden auch in der Flüchtlingsunterkunft gefunden. Doch dann stellte sich der Polizei ein kleiner Junge, der es nicht gut gefunden hatte, dass das Heilige Paar aus Holz so gut und warm gekleidet ist, während das Flüchtlingspaar in seinen ärmlichen Klamotten frieren muss. In ihren "Weihnachtserinnerungen" dachte die Dichterin an ihre "Papperdeckel-Puppenstum" zurück, an Eisblumen an den Fenstern und an den Heiligen Abend, als die Mutti vom Krankenhaus heim durfte. Bevor gemeinsam "Stille Nacht, heilige Nacht" gesungen wurde, dankte Vorsitzender Georg Purucker allen Mitwirkenden, besonders den beiden Dirigenten, allen Helfern, und Pater Adrian für den Willkommensgruß in der Basilika. Wieder einmal haben die Besucher miterleben dürfen, dass Goethe mit seinem Ausspruch: "Musik ist die schönste Offenbarung Gottes" vollkommen Recht hat.

26.12.2015 Weihnachtskonzert