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10.01.10 14:23 Alter: 238 days

Dirigent und Vorstandschaft fordern mehr Engagement

Auf der Generalversammlung gibt es viel Lob aber auch Tadel zu hören. Eine der führenden Kapellen im Landkreis - Musikalisches Niveau aber noch steigerungsfähig. Mitgliederzahl leicht stagniert.

Marktleugast - Die diesjährige Generalversammlung, die traditionell jedes Jahr am 6. Januar stattfindet, war gezeichnet von viel Lob aber auch von einigem Tadel. Nach der Begrüßung durch ersten Vorsitzenden Rüdiger Hübschmann und der Gedenken an die verstorbenen Mitglieder, ließ Schriftführerin Heidi Nitsch das Jahr Revue passieren. Sie berichtete von 30 abgehaltenen Proben, 14 Geburtstagsständchen und zahlreichen Auftritten und Veranstaltungen, darunter Konzerte, Bierzeltauftritte und Jubiläen, sowie die Umrahmung der kirchlichen Anlässe in Marktleugast, Marienweiher und Hohenberg. Durch das ein und andere lustige Zitat brachte sie etwas Erheiterung in die Versammlung. Besonders glücklich war man, das Ehrenmitglied Paul Schramm in diesem Jahr mit der silbernen Bürgermedaille ausgezeichnet wurde. Fast 90 % der Musiker hat Schramm in den vergangenen Jahren ausgebildet und so den Fortbestand der Kapelle wesentlich mit gesichert.

Die Höhepunkte waren in diesem Jahr wieder das abgehaltene Josefskonzert, die Auftritte bei der Kulmbacher Bierwoche, die Feierlichkeiten zur 20-jährigen Partnerschaft Marktleugast-Pilisszentiván, der Vereinsausflug nach Prag und das Weihnachtskonzert in der Basilika in Marienweiher. Die Mitgliederzahl ist durch acht Todesfälle und Austritte leicht stagniert. Vorsitzender Rüdiger Hübschmann kündigte an, das versucht wird verstärkt Aktivitäten an den Tag zu legen um den Mitgliederstand wieder aufzufüllen. Insbesondere soll schwerpunktmäßig im Jahr 2010 viel Wert auf die Nachwuchsarbeit gelegt werden.

Musikalisches Niveau noch steigerungsfähig

Besonders stolz ist der Verein auf die große Resonanz bei den alljährlich abgehaltenen Konzerten. Rund 600 begeisterte Zuhörer konnten beim Josefskonzert in der vollbesetzten Dreifachturnhalle mit Klassikern und einer Solistenparade unterhalten werden. Auch beim Weihnachtskonzert in der vollbesetzten Basilika, musste noch zusätzlich bestuhlt werden um allen Besuchern einen Sitzplatz anbieten zu können. Dies zeigt, das der Verein auf einem guten Weg ist. Dirigent Hans-Georg Busch erinnerte an die Anfänge der Konzerte in den neunziger Jahren, bei denen nur etwa rund 80 Personen anwesend waren. Wenn man das mit heute vergleicht, dann ist das eine enorme Steigerung und die haben sich alleine die Musiker mühsam erarbeitet, so Busch. Deshalb gilt es jetzt auch, das musikalische Niveau aufrecht zu erhalten und noch zu steigern. Dies könne man nur wenn alle Musiker in Registerproben zusätzlich durch fachlich hoch versierte Dozenten mindestens zwei Mal im Monat unterrichtet werden. Nur so kann man den Auftritten den letzten Schliff verpassen und das musikalische Können jedes einzelnen steigern. Jedoch nütze das nichts, wenn zu diesen angesetzten Terminen nur die Hälfte anwesend ist. H.G. Busch und Rüdiger Hübschmann wünschen sich hier mehr Engagement von den Musikern, da diese Ausbildung natürlich auch mit Kosten verbunden ist.

Eine der führenden Kapellen im Landkreis Kulmbach

Ein weiterer Höhepunkt, und das zeigt auch das der Musikverein Marktleugast einer der führenden Kapellen im Landkreis Kulmbach ist, dass die Kapelle in diesem Jahr zweimal auf der Kulmbacher Bierwoche spielen durfte. Besonders der zweite Auftritt am Samstag Nachmittag, war laut Dirigent einer der Besten überhaupt. Er wünschte sich das die Musiker sich noch ein wenig mehr mit dem Verein identifizieren und jeden Auftritt so ernst nehmen wie an diesem Tag. Auch mit dem Feierlichkeiten zur Partnerschaft Marktleugast-Pilisszentivan war man sehr eingespannt, verbrachte aber einige sehr schöne Tage. Neben dem Patenverein, dem Chor aus Pilisszentivan, reiste auch die Tanzgruppe, die Blaskapelle und die Feuerwehr an. Bürgermeister Norbert Volk bedankte sich bei den Musikern für das eingebrachte Engagement und appelierte an die Musiker die Forderungen der Vereinsführung ernst zu nehmen. R. Hübschmann lobte hier besonders die Gastwirtschaft Rauh aus Marienweiher, die einige zusätzliche Unterkunftsräume für die Freunde aus Ungarn, unentgeltlich zur Verfügung stellten.

Zur Sprache kam auch der Wochenendausflug in die Goldene Stadt Prag. Er war für alle Musiker und Mitglieder ein einzigartiges Erlebnis bei dem die Instrumente zu Hause gelassen wurde. Neben einem böhmischen Abend, standen eine Stadtrundfahrt, eine Besichtigung der Prager Burg und eine Schifffahrt auf der Moldau auf dem Programm. Es waren sich alle einig, das dies einer der schönsten Ausflüge war. Organisiert wurde er durch die Musikerin Patrizia Ruckdäschel.

Relativ kurz und knapp führte Christine Löffler noch durch den Kassenbericht. Sie berichtete von einer soliden Finanzbasis und betonte besonders die Ausgaben für Aushilfsmusiker. Hubert Ott und Clemens Friedrich bescheinigten der Kassiererin eine einwandfreie Kassenführung und entlasteten die Vorstandschaft, bevor, mit dem Vorlesen der Geburtstagsständchen für 2010, die Versammlung endete.

Von: Tobias Bunzel