

Marktleugast - Es gibt alle Jahre einen Termin, den haben sich die Blasmusikfans ganz dick in ihrem Notizbuch notiert, nämlich den des Josefskonzert des Musikvereins Marktleugast. Mehrere hundert waren am letzten Samstag gekommen und sie erlebten ein Feuerwerk der Blasmusik, das kaum noch zu überbieten ist.
Sie wurden schon beim Einzug in den Saal mit viel Beifall bedacht: die Gladiatoren des Musikvereins. Und mit dem Militärmarsch "Einzug der Gladiatoren" eröffnete der Musikverein Marktleugast das diesjährige Josefskonzert. Dem berühmten Marsch von Julius Fucìk folgte ein Bolero. Die Zuhörer konnten sich die ergreifende Schlussszene des Films bildlich vorstellen, wie bei "Hornblowers Abschied" der Trompeter den Zapfenstreich bläst, das Signal zum Abschiednehmen.
Für das diesjährige Josefskonzert wurde mit dem Dirigenten Hans Georg Busch viel Zeit und Arbeit investiert, um die Ouvertüre "Die diebische Elster" aus der gleichnamigen Oper präsentieren zu können. Sie ist mit ihren wunderbar erfrischenden und eingängigen Melodien zweifellos eine der brillantesten unter den rund 40 Opern, die Rossini komponierte und von den Musikern hervorragend umgesetzt wurde.
Weiter ging es im Programm mit dem fetzigen Marine-Militärmarsch "Auf großer Fahrt" von Rainer Peters. Seit vielen Jahren gehört ein Konzertwalzer immer zum festen Bestandteil beim Marktleugaster Josefskonzert. Mit "Münchner Kindl" wurde ein Stück präsentiert, das von einem der profiliertesten Musiker und Komponisten in der Spätblüte der Donaumonarchie, Karl Komzàk, komponiert wurde. Das Trompetensolo "Die Post im Walde" ist ein Erfolgstitel des wohl bekanntesten deutschen Trompeters Walter Scholz. Für die Konzertbesucher gab erster Trompeter Sebastian Gick das Stück in beeindruckender Weise von der Galerie zum Besten, wofür es tosenden Beifall gab. Mit dem Konzertmarsch "Hoch Heidecksburg", der zu den am häufigsten gespielten, aber auch anstrengendsten Märschen für Blasmusiker gehört, endete der erste Programmteil.
Nach dem Werk "Also sprach Zarathustra", das eine sinfonische Dichtung des berühmten deutschen Komponisten Richard Strauss ist, kam der Schwenk zur modernen Musik in die 60er Jahre beim Medley mit den größten Hits von Simon and Garfunkel.
Beim nächsten Stück wurde es gemächlicher. "My Way" ist eine Ballade, die einst von Frank Sinatra an die Spitze der Internationalen Hits geführt und nun vom Musikverein Marktleugast perfekt interpretiert wurde. Eigentlich hätte Dirigent Hans Georg Busch mit einem weißen Bademantel zum Dirigieren auf die Bühne kommen müssen, so wie es Udo Jürgens nach seinen Konzertauftritten immer tat. Aber auch ohne diesem präsentierte er mit seinen Musikern hervorragend die größten Erfolge des Weltstars.
Standing Ovations
Mit einem Medley unter dem Titel "The Beatles Gold" wurde an 50 Jahre Pilzköpfe erinnert.
Standing Ovations und zwei Zugaben beendeten ein Festival der Blasmusik. Die begeisterten Zuhörer genossen anschließend noch Ausschnitte aus dem neuen Sommerprogramm, auf das sich jetzt schon viele freuen.
Bericht aus der Frankenpost vom 31. März 2010
Bilder und Videos vom Josefskonzert sind hier zu sehen