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Von Robin Hood bis Richard Wagner

Dirigent Peter Weiß bei seinem zweiten Josefskonzert.

Fast 700 Besucher beim Josefskonzert bedeuten für den Musikverein Marktleugast neuen Rekord. Die Veranstaltung hat sich zum kulturellen Höhepunkt im Oberland entwickelt.
Von Helmut Engel

Marktleugast - Das Josefskonzert macht Freude. Das hat sich am Ende des diesjährigen Konzerts wieder gezeigt. Die Freunde der Blasmusik sprangen von ihren Plätzen auf und spendeten minutenlang frenetischen Beifall. In allen Superlativen wurden die Leistungen des Orchesters und der beiden Dirigenten Peter Weiss und Benjamin Schuberth gewürdigt.

Gleich zu Beginn überraschte der Musikverein mit zwei Neuerungen: Das Orchester präsentierte sich in neuem Outfit und zum ersten Mal trat das neu gegründete Jugendorchester unter Leitung von Irena Geuder-Hanslik vors Publikum. Viele von ihnen spielen noch nicht einmal ein Jahr ihre Instrumente und zeigten schon ausgezeichnete Leistungen.

Furios der Auftakt des Hauptorchesters mit dem imposanten Eröffnungsstück "Einzug der Gäste auf der Wartburg" aus der Oper "Tannhäuser" von Richard Wagner. Unter der musikalischen Leitung von Peter Weiss, der mit einer einfühlsamen und ausgefeilten Gewandheit den Taktstock führte, wurde das Orchester zu Höchstleistungen inspiriert. Holz- und Blechbläser waren gleichermaßen gefordert. Einleitende Trompetenfanfaren mündeten in den feierlichen, hymnenartigen Einsatz des Orchesters. So kann man zum Fan der opulenten Wagnermusik werden.

Schon folgte ein weiteres Highlight, zauberhaft angekündigt von den Moderatorinnen Diana Löffler und Juliane Meisel. "Colors", auch unter "Farben für Posaune" bekannt, von dem belgischen Komponisten Bert Appermont, beschreibt in vier Sätzen die Farben Gelb, Rot, Blau und Grün. Der ungarische Starposaunist Tibor Pálmai verstand es, die Farben musikalisch zu charakterisieren. Der Posaunensolist war ein Studienkamerad des Dirigenten und ist heute in Nürnberg sein Kollege. Vorsitzender Georg Purucker lobte das hochprofessionelle Spiel von Pálmai typisch fränkisch: "Wos der ko, des brengd im ganzen Landkreis kaaner ferdich".

"Zirkusdirektor" Roland Jonak präsentierte als Solist am Xylophon den "Zirkus Humberto" von Jiri Volf. Bei geschlossenen Augen erlebte man die aufregende Zirkusatmosphäre und die halsbrecherischen Vorführungen der Artisten regelrecht mit.

Der folgende Kavalleriemarsch, "Des Großen Kurfürsten Reitermarsch", wurde nach dem Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg benannt und ist aufgrund seines feierlichen Charakters häufiger Bestandteil bei militärischen Feiern der Bundeswehr. Bemerkenswert das Trompetensolo von Sebastian Gick.

Mit leichter musikalischer Kost ging es weiter mit Melodien aus "Im weißen Rössl". Hier bewies Benjamin Schuberth, dass auch er den Taktstock sehr gepflegt führen kann. Mit der Polka "Ein halbes Jahrhundert", als "Vorfreude" der Musiker auf die Bierzeltsaison, ging es in die Pause.

Der zweite Teil begann mit der Filmmusik von "Das Boot" und entführte in die Meerestiefen der Straße von Gibraltar. Zum ersten Mal stand Julian Will als Solist auf der Bühne, und das bei solch einem großen Publikum. Ganz cool, im Stile der großen Jazzlegenden, intonierte er "Wild Cat Blues" von Thomas "Fats" Waller. Erinnerung an die Reise des Orchesters nach New York weckte die "New York Overture". Der Musikverein nahm die Gäste mit auf einen musikalischen Spaziergang durch die pulsierende Weltstadt.

Ganz ohne Polka kommt eine Blaskapelle nicht aus. Bei "Ohne Liebe geht es nicht" stellte sich das neue Gesangspaar des MV, Irena Geuder-Hanslik und Alfred Föhn, vor.

Stehenden Applaus gab es für die Symphonic Suite "Robin Hood - Prince of Thieves" und mit dem Konzertmarsch "Hoch Heidecksburg", einer der populärsten und am häufigsten gespielten Märsche, ging das Konzert unter lange anhaltenden Beifallsbekundungen zu Ende. Bei den drei Zugaben, die das begeisterte Publikum forderte, gab es dann zur Überraschung noch einige musikalische Schmankerl. Darunter das vom Duett Irena Geuder-Hanslik und Gabi Bunzel gesungene Abendgebet "Abendsegen".

Unser Musikverein ist auf internationaler Bühne zu Haus. In Rom, Budapest, New York. Heute spielt es ganz speziell für sein Leuchertzer Publikum.
Bürgermeister Norbert Volk