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Ein Konzert der Emotionen

Großartig wie immer: der Musikverein Marktleugast beim traditionellen Weihnachtskonzert, erstmals unter der Leitung des neuen Dirigenten Peter Weiß, der seine Feuertaufe mit Bravour bestand.

Marienweiher - Fast schon unbeschreiblich waren die Eindrücke, mit denen die über 500 Besucher des 18. Weihnachtskonzerts des Musikvereins Marktleugast am Abend des zweiten Feiertags nach Hause gingen. Es war phänomenal, was die Musiker an ihren Instrumenten leisteten. Einfach ein Hochgenuss, mit welcher Harmonie die einzelnen Instrumente zusammenwirkten. Diesmal hatten die Musiker als Unterstützung den Männergesangverein "Concordia" Grafengehaig unter der Leitung von Harald Dietzel eingeladen, der seinem Ruf als "Leistungschor" alle Ehre machte.

Pater Alard freute sich eingangs, dass zu dieser "schönen Tradition" die Basilika wieder gefüllt war. Schon der Auftakt jagte den mehr als 500 Besuchern einen wohligen Schauer über den Rücken. Wolfgang Trottmann (Orgel) und der neue Dirigent des MV Marktleugast, Peter Weiß (Trompete), ließen von der Orgelempore herab fünf Sätze der Suite in D-Dur aus der "Wassermusik" von Georg Friedrich Händel erklingen. Ein toller Einstand des neuen jungen musikalischen Leiters des Musikvereins, der anschließend auch als Dirigent seine hohe Qualität unter Beweis stellte. Er führte den Taktstock meisterhaft, mit viel Leidenschaft, Einfühlungsvermögen und Emotion. Und das Ensemble folgte akkurat seinen Vorgaben.

Zuvor hatte der MGV "Concordia" Grafengehaig die Zuhörer mit "Herbei o ihr Gläubigen" von dem Amberger Komponisten Franz Biebl verwöhnt, der hauptsächlich für Männerchöre schrieb. Es folgte "In dulci jubilo". Mit "Vom Himmel hoch, ihr Engel kommt", das aus dem 17. Jahrhundert stammt, schlossen die Sänger ihren ersten Auftritt ab.

Wie ein Donnerhall

Wie ein Donnerhall dann der Auftakt des Musikvereins mit "Also sprach Zarathustra", ein dichterisch-philosophisches Werk von Friedrich Nietzsche, an dem Richard Strauss Gefallen fand. Die Sprache Nietzsches hatte Strauss musikalisch herausgefordert. Gefordert war Raimund Schramm an der Pauke, die in nachbarschaftlicher Hilfe vom Stadtorchester Kupferberg ausgeliehen war. Regelrecht zelebriert wurden anschließen der "Priestermarsch" und die "Arie des Sarastro" aus "Die Zauberflöte" von Wolfgang Amadeus Mozart, die er selbst als "deutsche Oper" bezeichnete. "Nessun dorma" (italienisch für "Keiner schlafe") ist die Arie des Prinzen Kalaf zu Beginn des dritten Aktes der Oper Turandot von Giacomo Puccini, die 1926 in Mailand uraufgeführt wurde. Das Publikum glaubte das Zwitschern der Vögel zu vernehmen und den erwachenden Tag zu erleben, als die Musiker "Morgenstimmung" aus der "Peer-Gynt-Suite" von Edvard Grieg intonierten. Es gehört zu den bekanntesten Orchesterstücken der romantischen Musik. Als Trompetensolist glänzte Michael Schubert beim "Largo" aus der Sinfonie "Aus der neuen Welt", die 9. Sinfonie e-Moll op. 95 von Antonin Dvorak.

Mit den drei Weihnachtsweisen "Es ist ein Ros entsprungen" von Michael Praetorius, "Heilige Nacht" von Johann Friedrich Reichardt und dem Hymnus "Jauchzet, jauchzet dem Herrn" von Friedrich Silcher erfreute der MGV "Concordia".

Der letzte Teil des Konzerts begann mit dem ruhigen, getragenen "Locus Iste" aus Anton Bruckners Chorale. "Heal the World" ist eine Popballade von Michael Jackson, die vom stellvertretenden musikalischen Leiter Michael Schubert dirigiert wurde. Bestechend das Posaunensolo von Georg Purucker und Tobias Bunzel.

Beschwingt ging es dann bei der "Petersburger Schlittenfahrt" zu. Man meinte, der Schlitten gleitet unter lautem Peitschenknall im kalten russischen Winter über den knisternden Schnee dahin. Einfach brillant, wie das Orchester Richard Eilenbergs Werk intonierte. Der letzte Takt ging dann im Beifall der Konzertbesucher unter. So konnte sich das Orchester einer Zugabe nicht verwehren. "Mit "Jingle Bells" traf es ebenfalls den Geschmack des Publikums, weshalb sich der gewaltige Beifall anschließend fortgesetzte.

Ausgefeilt und gewandt

Vorsitzender Georg Purucker hatte anschließend vielen zu danken: Pater Alard, Kirchenpfleger Friedbert Kolb, Jörg Schmidt vom Pilgerbüro, dem MGV Grafengehaig, Wolfgang Trottmann, dem Kantor der Stadt Kulmbach und dem ehemaligen Dirigenten Hans-Georg Busch, der das Weihnachtskonzert ins Leben gerufen hatte.

Besonderen Dank sprach Purucker dem neuen Dirigenten aus, ein Diplommusiker, mit "einer ausgefeilten Gewandtheit am Taktstock und einer Führungsqualität, die wir erleben durften". Einen verspäteten Weihnachtswunsch hatte auch der Vorsitzende: "Konzert-Pauken, vielleicht klappt es ja im nächsten Jahr."

Mit den beiden gemeinsam gesungenen Liedern ""Stille Nacht" und "O du fröhliche" ging das prächtige Konzert zu Ende.

Bericht mit freundlicher Genehmigung von Helmut Engel (Frankenpost)